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Geyer-Werke (Foto: BBWA)

Aus der „Filmfabrik“ ins Archiv: Der Bestand der Geyer-Kopierwerke ist verzeichnet und zugänglich

In der Fernsehserie Babylon Berlin sucht der junge Kommissar Gereon Rath bei den Geyer-Werken in Berlin-Neukölln nach dem Filmoriginal zu einem delikaten Fotoabzug, mit dem der Kölner Oberbürgermeister erpresst werden könnte. Nur Geyer, so weiß der Polizeifotograf aus dem Jahr 1929 in der Serie, verwendet das billige Filmmaterial aus der Tschechoslowakei. Was die Geyer-Werke zwischen den 1950er und den 2000er Jahren mit denen der 1920er Jahre verband oder nicht, lässt sich nun im Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv erforschen. Der Bestand der Geyer-Werke 1956-2010 ist nach langer Arbeit fertig verzeichnet und liegt für interessierte Nutzer/-innen bereit.

Enders Bräu oder ein überraschender Fund…und jetzt brauchen wir IHRE Hilfe!

Historiker, Archivare oder ähnlich gestrickte Berufsgruppen sollten nicht auf den Flohmarkt gehen. Erstens wird das meistens teuer und zweitens pflegen solche Menschen, manchmal Dinge zu kaufen, die vielleicht interessant sein könnten. Genau dazu gehört dieses Foto, was zunächst gekauft wurde, weil offensichtlich eine Belegschaft vor einem Backsteingebäude (ein Industriebau) posiert und auf einem Schild zwischen ihnen „Weissensee Berlin“ (örtlicher Bezug) zu lesen ist.

Keine kleinen Brötchen gebacken: Bestand der Wittler-Brot verzeichnet

Der Bestand der „Brotfabrik August Wittler“ ist verzeichnet und nun vollständig zugänglich. Die Großbäckerei, die 1898 von den Brüdern Heinrich und August Wittler an der Müllerstraße im Wedding gegründet worden war, buk nach dem Ersten Weltkrieg zeitweise mehr Brot als jeder andere Konkurrent in Europa. In den 1920er und 1930er Jahren blühte das Geschäft auf – auch und gerade wegen einer architektonisch ausgeklügelt aufgebauten Brotbackfabrik.

Ein neuer Bestand: Portraitfotos aus den Fotoateliers des Kaufhauses Jandorf

Vor kurzem erhielt das Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsarchiv eine Fotosammlung aus Privatbesitz geschenkt. Dabei handelt es sich um Portraitfotos von Kunden, die im hauseigenen Fotostudio des Kaufhauses Jandorf in Berlin zwischen 1900 und 1915 angefertigt wurden. Grund genug, einmal auf die interessante Geschichte dieses Unternehmens und seines Firmengründers zurückzublicken.

Heute vor 95 Jahren: Europa-Pressedienst Tischert

Europa-Pressedienst – ein Name, der an große und kleine Schlagzeilen aus aller Herren Länder denken lässt. An Nachrichten aus Politik und Kultur, vielleicht über Reise und Abenteuer, fremde Völker und die Geschehnisse der großen weiten Welt im heimischen Wohnzimmer versprach. Bis auf einige Ausnahmen galt das Hauptinteresse des Begründers und Inhabers Hans Tischert jedoch vornehmlich der deutschen Wirtschaft.

“Beutebuch” aus der Bibliothek der Handelshochschule Berlin

Zu den Bänden der “Bibliothek der Industrie- und Handelskammer zu Berlin, Abt. II Börse und Handels-Hochschule” gesellte sich ein Neuzugang – oder vielmehr ein lange abwesender Bekannter. Von der deutschen Botschaft in Tiflis erhielten wir unter dem Stichwort “Rückgabe sog. ‘Beutebücher’” den Band “Die Prinzipien der Lebensversicherungs-Mathematik” von 1903.

Keine Atempause …

Berlin ist ständig in Bewegung, laufend im Wandel. Das Straßenbild ändert sich fortwährend, manchmal scheinbar über Nacht. Um hier im Gedächtnis zu bleiben, Präsenz zu zeigen und dennoch den Nerv der Zeit zu treffen, sind Ideen gefragt und heiß umkämpft – ein Kaleidoskop des Erfindungsreichtums, genauso schnelllebig und wandelbar wie die Metropole selbst. So verwundert es nicht, dass auch die traditionsreichsten Unternehmen der Hauptstadt versuchen müssen, Schritt zu halten. Bei der Durchsicht und Erschließung der Werbe- und Firmenschilder des Kiepert-Bestandes verharrten wir einen Augenblick in diesen Momentaufnahmen der Ideenfindung.

Kleinstbestände im BBWA – Die Kolonialwaren, Wein- und Butterhandlung August Schach

In den Sammlungen des Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchivs finden sich häufig Briefe, Rechnungen oder andere Korrespondenz, die mich sehr neugierig machen. Dazu gehört ein Konvolut von 157 zumeist Rechnungen von rund 40 Firmen, adressiert an die Colonialwarenhandlung A. Schach aus den Jahren 1889 und 1905. Durch eine Quittung der Steuer-Kasse des Magistrats zu Berlin vom 01. April 1889 erfahren wir, dass es sich um Herrn August Schach handelt.

Die chemische Wasch-Anstalt und Färberei D. Coundé

Während der Erschließung der Werbe-, Sammel- und Reklamemarkensammlung zeigt ein neugieriger Blick in das Adressbuch des zufällig gewählten Jahres 1914, dass sich in der Wilmersdorfer Straße 74 eine Färbereianname der Firma „D. Coundé“ im gleichen Haus befand, wie die Firma „Reklamemarken A. H. F. Franz“. Vielleicht führte also ein nachbarschaftlicher Stups zu dieser 43mm x 56mm kleinen Werbemarke, welche mit sage und schreibe 75 Filialen warb.