Alle Artikel in: Archivgut

Unter der Lupe – Die erste deutsche Stahlfederfabrik “Heintze & Blanckertz”

„Im Oktober 1856 wurden dann mittelst der Spindelpresse, so eigentlich die einzige Maschine dieses Zweiges der Technik, die ersten deutschen Stahlfedern fabrikmäßig hergestellt. Mit welchen wahren Feuereifer man an die Arbeit ging und welche Erfolge man erreichte, das erhellt wohl am besten daraus, dass die Federn von Heintze & Blanckertz auf der Weltausstellung in London 1862 bereits mit einer Preismedaille ausgezeichnet wurden.“ (1)

Vom „Gardestern“ zur „Makirolle“ – Ein Blick in die Speisekartensammlung

Was verraten Speisekarten über ihre Sammler? Derjenige, der mit dem Verzeichnen der Sammlung S2/8 „Speise- und Menükarten“ im BBWA angefangen hat, weiß jetzt einiges über denjenigen, der die Sammlung spätestens in den 1970er Jahren begann. Neben dem ungefähren Wohnort sowie seiner Vorliebe für Kantinen der öffentlichen Verwaltung kennt er über ihn ein scheinbar banales Detail: Der Sammler hat einen Briefkasten.

Geyer-Werke (Foto: BBWA)

Aus der „Filmfabrik“ ins Archiv: Der Bestand der Geyer-Kopierwerke ist verzeichnet und zugänglich

In der Fernsehserie Babylon Berlin sucht der junge Kommissar Gereon Rath bei den Geyer-Werken in Berlin-Neukölln nach dem Filmoriginal zu einem delikaten Fotoabzug, mit dem der Kölner Oberbürgermeister erpresst werden könnte. Nur Geyer, so weiß der Polizeifotograf aus dem Jahr 1929 in der Serie, verwendet das billige Filmmaterial aus der Tschechoslowakei. Was die Geyer-Werke zwischen den 1950er und den 2000er Jahren mit denen der 1920er Jahre verband oder nicht, lässt sich nun im Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv erforschen. Der Bestand der Geyer-Werke 1956-2010 ist nach langer Arbeit fertig verzeichnet und liegt für interessierte Nutzer/-innen bereit.

Enders Bräu oder ein überraschender Fund…und jetzt brauchen wir IHRE Hilfe!

Historiker, Archivare oder ähnlich gestrickte Berufsgruppen sollten nicht auf den Flohmarkt gehen. Erstens wird das meistens teuer und zweitens pflegen solche Menschen, manchmal Dinge zu kaufen, die vielleicht interessant sein könnten. Genau dazu gehört dieses Foto, was zunächst gekauft wurde, weil offensichtlich eine Belegschaft vor einem Backsteingebäude (ein Industriebau) posiert und auf einem Schild zwischen ihnen „Weissensee Berlin“ (örtlicher Bezug) zu lesen ist.

Keine kleinen Brötchen gebacken: Bestand der Wittler-Brot verzeichnet

Der Bestand der „Brotfabrik August Wittler“ ist verzeichnet und nun vollständig zugänglich. Die Großbäckerei, die 1898 von den Brüdern Heinrich und August Wittler an der Müllerstraße im Wedding gegründet worden war, buk nach dem Ersten Weltkrieg zeitweise mehr Brot als jeder andere Konkurrent in Europa. In den 1920er und 1930er Jahren blühte das Geschäft auf – auch und gerade wegen einer architektonisch ausgeklügelt aufgebauten Brotbackfabrik.

Ein neuer Bestand: Portraitfotos aus den Fotoateliers des Kaufhauses Jandorf

Vor kurzem erhielt das Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsarchiv eine Fotosammlung aus Privatbesitz geschenkt. Dabei handelt es sich um Portraitfotos von Kunden, die im hauseigenen Fotostudio des Kaufhauses Jandorf in Berlin zwischen 1900 und 1915 angefertigt wurden. Grund genug, einmal auf die interessante Geschichte dieses Unternehmens und seines Firmengründers zurückzublicken.

Heute vor 95 Jahren: Europa-Pressedienst Tischert

Europa-Pressedienst – ein Name, der an große und kleine Schlagzeilen aus aller Herren Länder denken lässt. An Nachrichten aus Politik und Kultur, vielleicht über Reise und Abenteuer, fremde Völker und die Geschehnisse der großen weiten Welt im heimischen Wohnzimmer versprach. Bis auf einige Ausnahmen galt das Hauptinteresse des Begründers und Inhabers Hans Tischert jedoch vornehmlich der deutschen Wirtschaft.

“Beutebuch” aus der Bibliothek der Handelshochschule Berlin

Zu den Bänden der “Bibliothek der Industrie- und Handelskammer zu Berlin, Abt. II Börse und Handels-Hochschule” gesellte sich ein Neuzugang – oder vielmehr ein lange abwesender Bekannter. Von der deutschen Botschaft in Tiflis erhielten wir unter dem Stichwort “Rückgabe sog. ‘Beutebücher’” den Band “Die Prinzipien der Lebensversicherungs-Mathematik” von 1903.