Alle Artikel in: Wirtschaftsgeschichte

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Zwischen Wilhelmsruh und Französisch Buchholz

Wenn man Pankow beschreiben will, kann man trocken sagen: “Der 1920 geschaffene Berliner Bezirk Pankow gliedert sich in die Ortsteile Blankenburg, Blankenfelde, Buch, Buchholz, Heinersdorf, Karow sowie Niederschönhausen, Rosenthal und Wilhelmsruh”. Einige Ortstiele aber sind – gar nicht trocken – Stätten intensivster Produktion und bemerkenswerten Gewerbfleißes gewesen.

Karl Paulke und sein Kopfwaschpulver

Das am 30.04.1951 ausgefüllte Formular zur kostenlosen Aufnahme in das „ABC der Westberliner Wirtschaft“ wirbt mit dem ellenlangen Fabrikationsprogramm „Kopfwaschpulver u. Seifen-Shampoo; Oel-Haarwäsche; fl. Kopfwaschseife; fl. Handwaschseife; Eau de Cologne; Parfums; Mundwässer-Zahnpflegemittel; Kopf- u. Toilette-Wässer; Haarpflegemittel u. Haarkuren; Brillantine-Pomade; Frisiercreme; Haaröle; Haarglanzmittel u. Fixateure; Haartönungsmittel; Salben-Creme-Hautöl; Badepräparate; Körperpflege-Artikel; Rasierbedarf; Manicure-Einrichtungen-Instrumente-Präparate.“

Die chemische Wasch-Anstalt und Färberei D. Coundé

Während der Erschließung der Werbe-, Sammel- und Reklamemarkensammlung zeigt ein neugieriger Blick in das Adressbuch des zufällig gewählten Jahres 1914, dass sich in der Wilmersdorfer Straße 74 eine Färbereianname der Firma „D. Coundé“ im gleichen Haus befand, wie die Firma „Reklamemarken A. H. F. Franz“. Vielleicht führte also ein nachbarschaftlicher Stups zu dieser 43mm x 56mm kleinen Werbemarke, welche mit sage und schreibe 75 Filialen warb.

Berliner Jubiläen 2018

In diesem Jahr ist es 400 Jahre her, dass der Dreißigjährige Krieg begann, und hundert, dass der Erste Weltkrieg endete. Vor 570 Jahren versuchten die Berliner im „Berliner Unwillen“ den Neubau des kurfürstlichen Schlosses zu verhindern, mussten sich aber als Residenzstadt unterwerfen. Vor 500 Jahren begannen die Berliner, in Berliner Elle, Scheffel und „Bier- und Weintonne“ zu messen, wobei jene sich in heitere 24 „Stübchen“ unterteilen ließen. Davon profitierte gewiss die Schützengilde, die 2018 das 450. Jubiläum ihres kurfürstlichen Privilegs feiern kann.

Unter der Lupe – Das Rätsel um die Unternehmensgeschichte der „Blechemballagen-Fabrik Gebr. Koppe“

Das Recherchieren zur Unternehmensgeschichte der Gebr. Koppe AG ähnelt einer Schnitzeljagd, bei der nicht alle Hinweise zum Auffinden des Schatzes gefunden wurden. Das World Wide Web, normalerweise eher üppig mit den Auskünften zu jedem Thema, ist im Fall dieser Firma ziemlich ‚geizig‘ mit Informationen.

Ausstellungshallen am Kaiserdamm – Entstehung des Messegeländes

Berlin liebt Massenereignisse, und das Berliner Jahr wird weniger durch Heiligenfeiertage als durch den Rhythmus der Ausstellungen „unter dem Funkturm“ getaktet. Drei von ihnen gehen unmittelbar auf die 1920er Jahre zurück: Grüne Woche, Funkausstellung und Automobilausstellung. Nach Ausstellungen in den Stadtbahnbögen der Georgenstraße und in den Ausstellungshallen am Zoo ließ der Verein Deutscher Motorfahrzeugindustrieller 1914 durch Hans Alfred Richter eine repräsentative Halle am Stadtbahnring in Charlottenburg errichten. Nach Kriegsende 1918 wurden durch die dekretierte Demilitarisierung ehemalige Kasernengelände für andere Nutzungen frei.

„Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ – 100 Jahre UFA

Die UFA stand über Jahrzehnte für großes deutsches Kino mit Stummfilmen wie „Dr. Mabuse“ (1922) und „Metropolis“ (1927) oder dem berühmten Tonfilm „Der blaue Engel“ (1930), aber auch Komödien wie die „Feuerzangenbowle“ (1944). Dieses Jahr feiert der Filmkonzern, der heute hauptsächlich für das Fernsehen produziert, seinen 100. Geburtstag.