Alle Artikel in: Wirtschaftsgeschichte

„Kiepert am Knie – Bücher für Sie“

„Kiepert am Knie – Bücher für Sie“ war der eingängige Slogan, der solange bestand hatte, wie der Ernst-Reuter-Platz noch „das Knie“ war. 1955/56 dann entstand auf dem Eckgrundstück das „Haus Hardenberg“ nach Plänen des Architekten Paul Schwebes, der auch für das Telefunkenhochhaus (heute TU Berlin) und das Bikini-Haus verantwortlich zeichnete.

Heckert & Co. (1845 bis 1977) – Vom Kronleuchter zur Neon-Lichtreklame

Eine Rechnung der Firma Heckert & Co. “für Neonbuchstaben, bestehend aus kantigen Reliefkörpern und seitlichen Blenden aus verbleitem Stahlblech (…) außen blau gestrichen, lackiert und mit blauem Leuchtstoffrohr belegt” an die Firma Hans-Henning Endres KG von 1964 machte mich neugierig. Was war das für ein Unternehmen, das 1963 sein 118-jähriges Jubiläum feierte und das mit einer blau-goldenen Jubiläumsmarke kundtat.

“Die” Gewerbeausstellung für Berlin – Treptow 1896

Eine Weltausstellung wurde es nicht, aber es wurde „die“ Gewerbeausstellung für Berlin, die 1896 in Treptow ausgerichtet wurde. Die Ausgangsbedingungen waren schlecht: Weder Kaiser Wilhelm II. noch die Handelskammern der Bundesstaaten zeigten sonderliches Interesse an der Ausrichtung. Es ist dem Berliner Unternehmertum zu verdanken, unter ihnen die Persönlichkeiten Ludwig Max Goldberger, Fritz Kühnemann und Bernhard Felisch, dass Berlin seine Ausstellung doch bekam.

Von Feuerland nach Wildau

„Und als das eiserne Tier mit seinem Gesicht in die Flucht der Eisenbänder hineinglotzte, zischte und ächzte es plötzlich lauter, und dann, ohne dass man zuvor irgendeinen Willen oder eine Anspannung bemerkt hätte, kam es zu ihnen heran. Marie entdeckte auf dem offenen Führerstand der Lokomotive einen Mann in Uniform, der sich an Hebeln zu schaffen machte, dann kam der Tender, dann kamen die grünen Wagen, eingehüllt vom Dampf, in dem das alles vor ihr mit einem Schreien von Metall auf Metall auch schon wieder zum Stehen kam und Marie schlug das Herz bis zum Hals.“ (1)

Weinhaus Huth 1990

Aschenputtel am Potsdamer Platz – das Weinhaus Huth

Der Potsdamer Platz hat sein Bild in den letzten Jahrzehnten dramatisch verändert, doch während der Teilung der Stadt herrschte hier lange Jahre Ruhe. Die Kriegszerstörungen hatten markante Gebäude beseitigt, die Schuttberge ihrerseits verschwanden. Nur zwei Perlen der Vergangenheit blieben erhalten: das unter das Sony-Dach geschobene Hotel Esplanade und das Haus Huth in der Alten Potsdamer Straße.

Ufa-Palast am Zoo (1939)

Berliner Jubiläen 2019

Acht bis zehn Jahre – das ist das Durchschnittsalter deutscher Unternehmen bis zu ihrer Insolvenz, wie der Lehrstuhl für Statistik und Ökonometrie der Universität Rostock in einem Forschungsvorhaben ermittelt hat. Nicht umsonst spricht die Wirtschaftsgeschichte von der „Unwahrscheinlichkeit des Jubiläums“. Und dennoch schaffen es viele Unternehmen, 25, 50 oder gar 100 Jahre zu existieren. Einige dieser Unternehmen sind mit einer reichen Überlieferung gesegnet – und haben (noch) kein Unternehmensarchiv – wünschenswert wäre es, eines anzulegen, sozusagen als Geburtstagsgeschenk an sich selbst!

Unter der Lupe – Die erste deutsche Stahlfederfabrik “Heintze & Blanckertz”

„Im Oktober 1856 wurden dann mittelst der Spindelpresse, so eigentlich die einzige Maschine dieses Zweiges der Technik, die ersten deutschen Stahlfedern fabrikmäßig hergestellt. Mit welchen wahren Feuereifer man an die Arbeit ging und welche Erfolge man erreichte, das erhellt wohl am besten daraus, dass die Federn von Heintze & Blanckertz auf der Weltausstellung in London 1862 bereits mit einer Preismedaille ausgezeichnet wurden.“ (1)