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Vortrag – Die technologische Transformation der Druckindustrie und die Selbstwahrnehmung der Beschäftigten

Druckmaschine

Im Rahmen der Vortragsreihe “Geschichte neuer Technologien” lädt der Sprengel Berlin-Brandenburg des Vereins Deutscher Ingenieure zum Vortrag am 5. Oktober in das Technikmuseum: “‘Maschinenmenschen’ am Satzcomputer. Die technologische Transformation der Druckindustrie und die Selbstwahrnehmung der Beschäftigten” lautet der Vortrag von PD Dr. Karsten Uhl.Der technologische Wandel führte gerade in der Druckindustrie zu tiefgreifenden Veränderungen und existentiellen Krisen. Die Computerisierung des Drucksatzes war hierbei eine Vorschau auf die grade für kleine Druckereien verheerenden Folgen der Digitalisierungstechnik und des Heimcomputers. Das Handwerk allgemein hat durch Mechanisierung, Maschinisierung, Automatisierung und Digitalisierung dramatische Veränderungen erlebt, und was der 3D-Druck noch an Veränderungen bringen wird, ist kaum abzusehen.

Der Ankündigungstext des Vortrages lautet: “Erst seit den 1950er Jahren setzte im Druckgewerbe der Übergang zu durchgehend industrialisierten Produktionsformen ein; der entscheidende Bruch fand dann durch den Einsatz von Computertechnologien in den 1970er und 1980er Jahren statt, bis hin zur Durchsetzung des 1985 eingeführten Desktop-Publishing. In diesem Vortrag geht es um die Auswirkungen der Computerisierung in der Druckindustrie um 1980. Im Zentrum steht das Selbstbild der Beschäftigten im Transformationsprozess. Zeitgenössische sozialwissenschaftliche Interviews mit (durchgehend männlichen) Schriftsetzern zeigen die große Rolle der Technik und dem eigenen Expertentum im Umgang mit der Technik für das Selbstbild dieser Berufsgruppe. In einem Interview ist sogar explizit die Rede vom Selbstverständnis der Setzer als „Maschinenmenschen“.
Im Vortrag soll es nicht allein um die Geschichte dieser Metapher gehen, sondern auch um ihren Bedeutungswandel. Darüber hinaus sollen aber vor allem die mit einem wandelnden Verständnis von der eigenen Körperlichkeit im mechanisierten und computerisierten Arbeitsalltag entstehenden neuen Subjektivitäten und politischen Praktiken in den Fokus genommen werden: Inwiefern konnte das tradierte Selbstbild der Setzer als Angehörige einer „Arbeiteraristokratie“ im Computerisierungsprozesse erhalten werden? Welche Rolle kam der körperlichen Beherrschung der Technologie und dem verkörperten Erfahrungswissen zu?”

Veranstaltungsinformationen

Deutsches Technikmuseum Berlin
Trebbiner Straße 9
Vortragssaal im 4. Stock
Donnerstag, 5. Oktober 2017
Beginn 17. 30

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