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Ottobock auf Bötzow – 18. Industriekultrabend des BBWA

Am 10. November kombinierte das Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsarchiv auf seinem 18. Industriekulturabend historische Themen mit aktuellen Anlässen: Das Veranstaltungsformat zeigt, dass die Wirtschaftsgeschichte nichts völlig Vergangenes ist, sondern in der Gegenwart fortwirkt und unsere Zukunft mitbestimmt. Dieses Mal ging es um die Nachnutzung von Industriebauten für vielfältige kulturelle, wirtschaftliche und gesellschaftliche Projekte, nämlich den Umbau der alten Bötzow-Brauerei.Auf dem 18. Industriekulturabend in der IHK Berlin präsentierte Hans Georg Näder den Masterplan 2020 des Medizintechnikunternehmens Ottobock für die Bötzow-Brauerei in Gegenwart von Berlins ehemaligen Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit. Dieser sprach das Grußwort zur Veranstaltung, auf der der Preis für Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsgeschichte an Anna Rosemann verliehen wurde.

Der Masterplan 2020 “setzt die Idee von Julius Bötzows Fabrikgestaltung zeitgemäß und mit großem Respekt vor dem Denkmal um”, wie Näder im Gespräch mit Joseph Hoppe vom Deutschen Technikmuseum ausführte. Erhalten werden soll die „DNA“ der Gebäude auf dem historischen Areal der ehemaligen Brauerei. Neu erschaffen werden sollen eine Rollstuhlmanufaktur, ein Hotel mit Reha-Lofts, Räume für Start-up-Firmen, eine Brauerei mit Biergarten und ein Schwimmbad.

Klaus Wowereit übergibt den Preis für Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsgeschichte

Klaus Wowereit übergibt den Preis für Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsgeschichte an Anna Rosemann (Foto: BBWA)

Klaus Wowereit übergibt den Preis für Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsgeschichte an Anna Rosemann (Foto: BBWA)

Klaus Wowereit übergab anlässlich des Abends zur Industriekultur den Preis für Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsgeschichte an die Preisträgerin Anna Rosemann. Die Laudatio hielt die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Dorothee Haffner von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.

Anna Rosemann, Studentin der Europäischen Kulturgeschichte an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), erhält die Würdigung für ihre Master-Arbeit über die Berliner Fotoagentur „Zander & Labisch“.  Die Preisträgerin wurde aus zahlreichen Bewerbungen ausgewählt und mit 500 Euro Preisgeld ausgezeichnet, das vom Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V. dotiert wurde. Die Arbeit wird in geeigneter Form veröffentlicht.

In ihrer Masterarbeit beleuchtet Anna Rosemann die Geschichte der ersten Agentur für Pressefotografie in Berlin „Zander & Labisch“: Sie zeichnet deren Entwicklung von der Gründung 1895 bis zu ihrer Zwangsauflösung 1939 – die Inhaber waren jüdischer Herkunft – nach und berücksichtigt dabei insbesondere fotografische und wirtschaftliche Gesichtspunkte. Die Firma porträtierte u. a. Theodor Fontane, Gerhart Hauptmann, Bertolt Brecht, Max Schmeling und Rudolph Virchow. Die Master-Arbeit mit dem Titel „Zander & Labisch (1895-1939) – Eine Fotoagentur zwischen Moderneentwicklung und NS-Kulturpolitik“ wurde betreut von Prof. Dr. Kerstin Schoor, Inhaberin des Axel Springer-Stiftungslehrstuhls für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration.

Seit 2015 prämiert das Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsarchiv alle zwei Jahre wissenschaftliche Arbeiten, die den Erkenntnis- und Wissensstand auf dem Gebiet der regionalen Wirtschaftsgeschichte Berlin-Brandenburgs vertieft.

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