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Ein lebendiger 20. Industriekulturabend zum Thema “Mobilität für alle”

Mit Spannung und Interesse verfolgten am Freitagabend die 54 Gäste des Industriekulturabends zum Thema „Mobilität für alle – Mit den Öffentlichen zur Arbeit und ins Jrüne“ die Ausführungen von Reinhard Demps und Björn Berghausen.

Eingeführt wurden die beiden Vortragenden von Prof. Dr. Dorothee Haffner, Professorin an der HTW   Berlin und Leiterin des Berliner Zentrums Industriekultur.

Reinhard Demps gab in seinem Vortrag zunächst einen kurzen Überblick über die Bedingungen, die in Berlin zum Ausbau eines öffentlichen Verkehrsnetzes geführt haben. Dabei ging er kurz auf die Lage Berlins an der Spree ein und der Möglichkeiten, Waren von einem zum anderen Ufer zu bekommen. Ein wichtiger Faktor für den Ausbau der „Öffentlichen“ war die Ansiedlung großer Unternehmen in Berlin, wie z. B. Siemens & Halske, Borsig oder Knorr. Die technischen Erfindungen dieser Firmen und die Produkte, die sie herstellten, waren die Grundlage für die Entwicklung von Omnibussen, Straßenbahnen und Zugverkehr. In einem zweiten Schritt sorgte die sogenannte Randwanderung derselben Unternehmen dafür, dass die Mobilität fortschreiten musste, damit die Arbeiter, aber auch die Waren an den Stadtrand oder zurück in die Stadt gelangen konnten. Ein Zeitstrahl führte die Zuhörenden dann von der Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs mit Pferdeomnibussen und -straßenbahnen zur Elektrifizierung und dem damit einhergehenden Ausbau des Omnibus- und Straßenbahnnetzes und dem Bau der Berliner Hoch- und Untergrundbahn.

Der folgende Vortrag von Björn Berghausen beschäftigte sich mit der Industriekultur am Stadtrand. Er stellte unter dem Titel „Hinter der Fassade – Industriekultur am Stadtrand entdecken“ ein Projekt des Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchivs vor, in dem es um die Entwicklung von Industriespaziergängen in Reinickendorf geht. Von ehrenamtlichen Mitarbeitern wurden Straßenzüge von Reinickendorf nach ihrer industriellen Vergangenheit erforscht. Es kam darauf an, Geschichten von Gebäuden, Personen, aber auch von Produkten zu finden, die erzählenswert sind und Spaziergängern die Wirtschaftsgeschichte dieses Stadtteils nahebringen. Zwei dieser Spaziergänge sind inzwischen fertiggestellt und wurden schon mehrfach durchgeführt. Der erste Spaziergang führt durch Alt-Reinickendorf „Vom Bauernhof zum Industriestandort“ und der zweite zu den „Hidden Champions“ der Roedernallee. Es sind noch fünf weitere Spaziergänge und eine Fahrradtour zu den Reinickendorfer „Highlights“ geplant. Zu jedem Spaziergang wird es einen Flyer geben. Außerdem soll eine dynamische Website entstehen, die es den interessierten Nutzern ermöglicht, die Wege auch alleine zu gehen. Zudem ist ein ausführliches Buch geplant, dass als Book-on-demand herausgegeben werden soll.

Der Abend schloss mit Brezeln, kalten Getränken und vielen Gesprächen zwischen Vortragenden und Gästen.

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