Wirtschaftsgeschichte
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„Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ – 100 Jahre UFA

Die UFA stand über Jahrzehnte für großes deutsches Kino mit Stummfilmen wie „Dr. Mabuse“ (1922) und „Metropolis“ (1927) oder dem berühmten Tonfilm „Der blaue Engel“ (1930), aber auch Komödien wie die „Feuerzangenbowle“ (1944). Dieses Jahr feiert der Filmkonzern, der heute hauptsächlich für das Fernsehen produziert, seinen 100. Geburtstag.

Studiogelände in Babelsberg (1924)

Dreharbeiten zu „Metropolis“ mit Brigitte Helm (1927)

Die „Universum Film“ wurde während des Ersten Weltkriegs am 18. Dezember 1917 auf Betreiben der deutschen Heeresleitung als vermeintliches Propaganda-Instrument gegründet. Die ersten Ateliers der UFA befanden sich in den Glashäusern der ehemaligen Literaria Film-GmbH und der Union in Tempelhof in der Oberlandstraße. Erst 1922 kamen die Bioscop-Ateliers in Babelsberg hinzu, wo sich auch heute noch der Hauptsitz der heutigen UFA GmbH befindet.

Dreharbeiten in den 20er Jahren.

Zwar wuchs die UFA nach dem Ersten Weltkrieg unter Aufsicht der Deutschen Bank zu einem nationalen Filmkonzern, aber finanziell ging es dem Unternehmen schlecht. Daran änderte auch eine Kooperation mit den amerikanischen Konzernen Paramount und MGM nichts. 1927 kaufte Hugenberg das Unternehmen und übertrug es dann 1933 der NSDAP. Es erfolgte die „Gleichschaltung“ durch Goebbels und der Ausbau des Konzerns zu Propagandazwecken. „Triumph des Willens“ (1935) von Leni Riefenstahl oder „Jud Süß“ von Veit Harlan, aber auch Komödien mit Stars wie Hans Albers, Heinz Rühmann und Zarah Leander entstehen während des Dritten Reichs.

Dreharbeiten zu „Schuldig“ (1927)

Nach dem Zweiten Weltkrieg steht die UFA mehrfach vor dem Aus. Im Osten der Stadt wird die frühere UFA-Filmstadt Babelsberg im Mai 1946 zur Produktionsstätte der „Deutschen Film AG“ (DEFA) und im Westen wird durch ein Bankenkonsortium unter Führung der Deutschen Bank hauptsächlich in Tempelhof weiter produziert. Der Name UFA verschwand zunächst und wurde erst wieder in den 50er Jahren wiederbelebt.

1964, als die deutsche Film- und Kinokrise einen Höhepunkt erreichte, erwarb die Bertelsmann AG die UFA-Anteile der Deutschen Bank und begann das Unternehmen auf die Fernsehproduktion zu konzentrieren. Mit der Einführung des Privatfernsehens 1984 in Deutschland bündelte Bertelsmann die Aktivitäten in einer neuen Holding im Verbund mit Beteiligungen an RTL und Premiere, als Vorläufer der späteren RTLGroup. Am 9. August 2013 fand eine weitere Umstrukturierung der UFA statt. Unter dem Motto „ONE UFA“ wurde die Organisationsstruktur auf drei Produktionsbereiche UFA Fiction, UFA Serial Drama und UFA Show & Factual vereinfacht.

Heute bezeichnet sich die UFA als Programmproduzent. Den größten Erfolg feiern sie mit der ersten und erfolgreichsten Daily Drama Deutschlands „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, die erstmals 1992 produziert wurde und ebenfalls dieses Jahr ihr 25. Jubiläum feiert.

Wie es im digitalen Zeitalter mit der UFA weitergehen wird, muss sich noch zeigen. Der UFA-Geschäftsführer Wolf Bauer spricht davon, dass eine Produktion allein für das Fernsehen nicht mehr zeitgemäß ist. „Bewegtbilder für alle Nutzungskanäle“ scheinen hier die Zukunft zu sein.

 

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