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Noch in Kisten – Der Nachlass der Buchhandlung Kiepert ist angekommen!

Dreizehn Umzugskisten mit Akten, fünf Libri-Kisten mit Filmen, Fotos und Werbematerialien sowie mehrere in Luftpolsterfolie eingepackte Firmenschilder – das ist der Nachlass des 2017 verstorbenen Robert Kiepert jun., einst einer der bekanntesten Buchhändler in Berlin.

Die Kiepert-Buchhandlung in der Hardenbergstraße war eine West-Berliner Institution. Alle, die in Berlin studiert haben – auch die Nicht-Berliner –, haben dort ihre Bücher eingekauft. In den 70er und 80er Jahren war Kiepert die größte Universitätsbuchhandlung der Stadt.

Gegründet wurde sie 1897 von Engelhard Ostermoor als christliche Buchhandlung mit einer Spezialabteilung Technisches Antiquariat und ging dann am 9. Juli 1912 in den Besitz des Buchhändlers Robert Kiepert sen. (1882-1956) über. Zu dieser Zeit war die Buchhandlung in der Schillerstraße in Berlin Charlottenburg ansässig, zog aber 1914 zunächst in die Hardenbergstr. 4-5.

Auch das erste eigene Geschäftshaus war in der Schillerstraße und wurde im Oktober 1929 fertiggestellt. „Bücher für Sie – Kiepert am Knie“ war der Slogan dieser Zeit. Durch die bei Kiepert erarbeiteten Fachbuchkataloge, Anzeigen, Bestellkarten, Lesezeichen und kleine Vignetten, die auf die Vorsatzblätter der verkauften Bücher geklebt wurden, war dieses Motto über die Stadt hinaus bekannt und die Buchhandlung Kiepert ein Begriff.

Das zweite Geschäftshaus entstand 1955/56 auf dem Eckgrundstück Hardenbergstr. 4-5, das sich in die Knesebeck- und Schillerstraße hineinzieht. Architekten dieses damals sehr modernen Hauses waren Paul Schwebes und Hans Schoszberger. Der Einzug fand am 16. April 1956 statt. Das Besondere an dieser neuen Buchhandlung war, dass es keinen Verkaufstresen mehr gab, sondern die Kunden selbst an die Regale gehen und sich die Bücher heraussuchen konnten. Bis zum Konkurs und Verkauf der Buchhandlung 2002 befand hier das Kiepert-Haupthaus.

1956 trat auch Robert Kiepert jun. in das Geschäft ein, das er ab 1964 allein führte. Er weitete das Geschäft in den nächsten Jahrzehnten aus. In den Hochzeiten hatte die Buchhandlung Kiepert 360 Mitarbeiter, allein im Stammhaus arbeiteten 160. Die Buchhandlung wurde auf drei Etagen ausgeweitet. Vom Eingang Schillerstraße kamen die Kunden in die Taschenbücher Kiepert OHG, daneben fand sich die Antiquariat Kiepert GmbH. Es gab Filialen an den beiden großen Universitäten, der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität, außerdem in Stadtmitte, am Kurfürstendamm und in Frankfurt/Oder.

1997 feierte die Buchhandlung Kiepert ihr 100jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wurde auch eine Firmen-Chronik herausgegeben.

Wir freuen uns jetzt auf das Auspacken und sind schon sehr neugierig, welche Teile der Unternehmensgeschichte wir hier vorfinden.

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