Allgemeines
Schreibe einen Kommentar

Mein Praktikum im BBWA – „Das war’s noch nicht!“

Nun bin ich bereits seit vier Monaten im Praktikum im BBWA. Dieses Praktikum ist als eines von zwei Pflichtpraktika ein Teil meiner Ausbildung zum FaMI, wobei es sich jetzt um den ersten Praktikumszeitraum meines zweiten Lehrjahres handelt. Das Ende dieses ersten Zeitraums bedeutet vor allem eines: Zeit für einen abschließenden Bericht.

Selbst nach der ersten Woche hat das Erschließen des Bestandes U2/04 zum Forschungsarchiv Braunkohlen- und Brikett-Industrie AG (Bubiag) noch weiter einen großen Teil meines Praktikumszeitraumes eingenommen. Die Bestände umfassen dabei Schriftwechsel der Fabrikinhaber Mitteldeutschlands untereinander sowie mit den Bergämtern, diverse Unfallberichte, neue Arbeitsverordnungen, allesamt vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die Zeit der DDR. Eine große Thematik in dem Bestand war definitiv die „Arisierung“ von Braunkohle-Unternehmen der Umgebung zur Zeit des Nationalsozialismus und entsprechende Prozesse, sowie ein jahrelanger Streit zwischen der Bubiag und dem Petschek-Konzern.

Anzeige von 1948 (Quelle: BBWA B313/2014)

Teil des Praktikums im BBWA stellt eine Recherchearbeit zu einem Thema dar, welche dann unter Unterstützung mit den Beständen des Landesarchivs Berlin durchgeführt wird. Das bedeutet, dass man zusammen mit der Praktikumsbetreuerin ins Landesarchiv geht, um dort die angefragten Akten einzusehen, Notizen und gegebenenfalls Bilder zu machen. Mein Thema war die Verlagsdruckerei Merkur GmbH aus Berlin. Dieses Unternehmen hatten wir wegen einer recht schönen Anzeige in einem alten Katalog ausgesucht. Die Recherche in den eigenen Beständen des BBWA sowie in den alten Berliner Adressbüchern war erfolgreich und ich bin auf Adressen und Nachweise gestoßen. Während meines Einblickes in das Unternehmen in den Akten des Landesarchivs hat sich viel Drama im Familienunternehmen enthüllt, von Affären mit einer Sekretärin bis zum Ableben eines Bruders und vielen verwirrenden Fragen bezüglich Besitzanteilen zwischendrin. Tatsächlich bin ich mit dieser Aufgabe jedoch noch nicht fertig, weswegen es günstig ist, dass ich mich in diesem Jahr für meinen zweiten Praktikumszeitraum ebenfalls im BBWA beworben habe.

Berliner Illustrierte Zeitung, gebunden, 1908 (Quelle: Z 426)

Meine abschließende Arbeit im BBWA war das Erschließen von gebundenen Zeitschriften des Bestandes Z. Das waren vor allem Ausgaben der Berliner Illustrierten Zeitung aus den Zeiträumen um den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie die Jahre zuvor. Neben Angaben wie Erscheinungsjahr, Verlag, Verlagsort und Provenienz hatte ich auch die Aufgabe, alle Anzeigen von Unternehmen aus Berlin und Brandenburg zu finden und einschließlich ihrer Seitenzahl zu vermerken, damit wir diese auch in unserer AUGIAS-Datenbank im Enthält-Vermerk angeben können. Das Schmökern blieb beim Erschließen der Anzeigen nicht aus, vor allem da im Angesicht des komplett unterschiedlichen Zeitgeists während und vor den Weltkriegen sehr ungewöhnliche Eindrücke vermittelt wurden. Von Werbeanzeigen für gesunde Füße dank Asbest-Sohlen bis zu stark propagandabehafteten Anzeigen während des NS-Regimes war alles dabei. Auch abgesehen vom Klatsch und Tratsch um die Royals zur Kaiserzeit, die Frauenrechtsbewegung in Großbritannien und die damalige Faszination für andere Nationen.

Nach 4 Monaten lässt sich abschließend sagen, dass ich sehr zufrieden mit meinem Praktikum im BBWA war. Ich habe das Gefühl, viele neue Eindrücke vom Arbeitsleben eines FaMI bekommen und somit meinen Erfahrungsschatz ein ganzes Stück erweitert zu haben. Viele der Themen während dieses Praktikums haben sich für mich schlussendlich als recht interessant herausgestellt, auch wenn ich mich selbst zuvor nicht als sehr geschichtsversierte Person betrachtet hätte. Die Kollegen sind freundlich und auch bei Fragen stets hilfsbereit und die Arbeitsatmosphäre ist nicht angespannt oder stressig. Bei den Aufgaben und Tätigkeiten und generellen Arbeiten wird viel freie Wahl und Freiraum gegeben, sodass ich meine Schwerpunkte im Praktikum zu einem gewissen Grad selbst bestimmen konnte. Ich freue mich bereits, meine Tätigkeit hier ab September wieder aufnehmen zu können.

Text: Max Schwabe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert