Wirtschaftsgeschichte
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Humboldt & Tegel

“Das Teufelspack, es fragt nach keiner Regel. Wir sind so klug, und dennoch spukt’s in Tegel”, heißt es in der Walpurgisnacht-Szene in Goethes “Faust”. Die Berliner Gerüchte über Spuk im Tegeler Forsthaus hatte er beim Besuch auf dem Humboldt’schen Gut 1778 erfahren und für deren überregionalen literarischen Ruhm gesorgt.

Die Familie von Alexander Georg von Humboldt besaß seit 1766 das Gut Tegel. Seine Söhne Wilhelm (*1767) und Alexander (*1769), der eine als Minister und Bildungsreformer, der andere als Naturwissenschaftler, verschafften dem Namen “Humboldt” Weltruhm. Das Schloss gestaltete Schinkel nach den Vorstellungen Wilhelms in den Jahren 1821-1824 um.

Die Mühle, deren Geschichte bis in das 14. Jahrhundert zurückreicht, bezog das für ihr Wasserrad benötigte Antriebswasser aus dem zu einem Mühlenteich aufgestauten Tegeler Fließ. Mit der preußischen Mühlenordnung von 1810 entfiel der Mahlzwang für die umliegenden Bauern. Es entstanden nun bis 1840 allein um die Hermsdorfer Mühle 46 neue Betriebe. Erst mit der Einführung von Dampfkraft in der Tegeler Mühle 1848 konnte sich diese einen Vorsprung vor den Konkurrenten sichern. Nun entfiel auch die Aufstauung des Fließes. Es wurde von der Mühle abwärts als Verkehrsanbindung vertieft.

Um 1860 existierten nur noch sechs weitere Betriebe im Umfeld der Humboldt-Mühle, die den Namen zu Recht als Bestandteil des Gutes trug. 1897 erweiterte der neue Besitzer die Kapazität durch den Bau eines dreistöckigen Mühlenhauses samt Maschinenhaus und zwei neuen Getreidespeichern. Sie galt schon vor 1914 als Großmühle. Der 1908 angelegte Tegeler Hafen wurde bis 1945 ein wichtiger Güterumschlagplatz dank der Industriebahn Tegel-Friedrichsfelde.

Zu heutigen Perspektiven hier mehr.

 

Text von Dr. K. Dettmer

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