Archivgut
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Zuwachs für die Bestandergänzende Sammlung

Alben des Kaufhauses Nathan Israel

Der Bestand S 13 “Bestandergänzende Sammlung” ist seit einigen Monaten das Zuhause unternehmerischer Überreste und ergänzender Quellen zu unseren weiteren Beständen der Berliner und Brandenburger Wirtschaft. Der Bestand wächst stetig an und konnte nun um drei weitere besondere Stücke erweitert werden.

Durch eine private Schenkung gelangten vor kurzem drei Alben des Kaufhauses Nathan Israel ins BBWA und stehen nun zur Benutzung bereit. Es handelt sich um die Alben „Eine Weltreise. Kriegsschauplatz – Weltausstellung“, „Das Theater“ und „Die Frau im Jahrhundert der Energie 1813 – 1913“ aus den Jahren 1905, 1906 und 1913.

Das Kaufhaus Nathan Israel wurde vom jüdischen Mobilienhändler und Trödler Nathan Israel in der Jüdenstraße 18 im Jahr 1815 gegründet und war das älteste und – nach der Verlegung in die Spandauer Straße 28 – lange Zeit größte Kaufhaus Berlins. Die Nachkommen des Gründers erweiterten das Kaufhaus stetig und boten schließlich Waren auf bis zu sechs Etagen zum Kauf an. 1928 arbeiteten rund 2.000 Angestellte für das Warenhaus, welches auch Neuerungen des amerikanischen Marktes, wie Lichtschächte, Fahrstühle und Verkaufsshows, schnell übernahm und seine Umsätze immer weiter steigern konnte.

n. israel ag

Staubfreie Reinigung der Teppiche und Vorhänge im Lichthof des Kaufhauses N. Israel im Jahr 1906

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden auch Wilfrid Israel die ganze Familie Israel durch die rassistische „Arisierungspolitik“ gezwungen, das Unternehmen zu verkaufen. Die „Arisierung“ erfolgte augenscheinlich durch eine Veräußerung an die Emil Koester AG im Jahr 1939, welche von den NS-Behörden nicht als zum emigrierten Unternehmer Jakob Michael zugehörig erkannt worden war. Dieser übernahm nach Kriegsende wieder die Kontrolle über das Unternehmen und verkaufte seine Warenhäuser in Deutschland 1954 an Helmut Horten.

Wilfrid emigrierte im Jahr des Verkaufs nach England und rettete von dort aus zahlreichen verfolgten Juden das Leben. Während eines Rückfluges von Portugal nach England wurde sein ziviles Flugzeug von der Luftwaffe beschossen und stürzte ab.

Heute erinnern zwei Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig auf dem Gehweg Spandauer / Ecke Rathausstraße an das Kaufhaus und den Erben Wilfrid Israel.

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