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Abschied vom BBWA – Das Ende meines Praktikums

Heute endet mein 20-wöchiges Praktikum im Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv. Eine Zeit voller Erkenntnisse und Einblicke in eine Archivsparte, die mir zu Beginn noch unbekannt war. Anfangs hätte ich nicht erwartet, wie facettenreich und mitreißend die Erschließung von wirtschaftlichen Beständen sein kann.

Meine erste Aufgabe befasste sich damit, den Bestands U7/U2 Spedition Harry W. Hamacher GmbH & Co. zu erschließen. Über das Unternehmen habe ich bereits einen Beitrag hier im Blog verfasst. Diese Aufgabe zählte zu den umfangreichsten und zugleich komplexesten, erwies sich jedoch auch als besonders lehrreich.

Da ich zuvor noch nie mit Betriebsratsunterlagen gearbeitet hatte, stellte die Verzeichnung eine Herausforderung für mich dar. Ich wusste wenig über die Organisation und Abläufe des Unternehmens, weshalb ich zunächst Unterstützung bekam. Ich wurde an den Bestand herangeführt und entwickelte so ein Gefühl dafür, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

Abb. 1: Programmheft des Schiller Theaters mit Verschlussklebemarke der Firma Leineweber, Heft 8, 1952/53 (BBWA, S2/02/143,8)

Für die Arbeit benötigte ich viel Konzentration, zudem war viel fachliches Wissen notwendig, um die Unterlagen zu identifizieren und korrekt zu verzeichnen. Ich arbeitete mich in den Bestand ein und die Erschließung gestaltete sich immer interessanter.

Eine weitere Aufgabe, die viel Zeit meines Praktikums in Anspruch nahm, bestand darin, einen Teil der Sammlung S2/02 – Kultureinrichtungen Berlin/Brandenburg zu erschließen. Darunter befanden sich Dokumente von Theater- und Opernhäusern, Museen, Konzerthäusern, sowie Festivals. Das besondere war, dass es sich nicht um klassisches Schriftgut handelte, sondern überwiegend um Programmhefte, Broschüren und Museumsflyer.

Die Aufgabe fokussierte sich außerdem darauf, Anzeigen von Berliner Unternehmen zu verzeichnen.

Abb. 2: Seite mit Anzeigen Berliner Unternehmen aus dem Programmheft des Schiller Theaters, Heft 8, 1952/53 (BBWA, S2/02/143,8)

Ich begann mit den Programmheften des Schiller-Theaters und Schlosspark-Theaters. Vor der Verzeichnung mussten alle Hefte in eine chronologische Reihenfolge gebracht werden, was sich als eine sehr zeitaufwendige und chaotische Aufgabe herausstellte.

Anschließend erschloss ich das Archivgut. Dies gestaltete sich ebenfalls sehr mühsam, da ich pro Verzeichnungseinheit rund zehn Programmhefte aufnahm, die oft seitenweise Werbung enthielten.

Insgesamt habe ich für diese Sammlung viel Geduld und Struktur benötigt. Mir gefiel vor allem, dass ich viele neue Einrichtungen, insbesondere Museen, kennengelernt habe. Viele Dokumente wirkten für mich auch optisch sehr ansprechend, wodurch mir die Arbeit noch mehr Freude bereitete.

Abb. 3: Links: Faltblatt des Kupferstichkabinetts, 2003 (BBWA, S2/02/1999,1), rechts: Faltblatt der Sammlung Scharf-Gerstenberg, 2015 (BBWA, S2/02/202,11)

Zum Abschluss meines Praktikums widmete ich mich einem Rechercheauftrag zum Unternehmen Leo Ross. Ich recherchierte in Akten, Telefon- und Adressbüchern, Handelsregistereinträgen und im Internet. Ein Bestandteil dieser Aufgabe war es, das Landesarchiv Berlin zu besuchen und weiteres Schriftgut in Augenschein zu nehmen. Meine Erkenntnisse hielt ich abschließend in Form eines Blogbeitrages fest.

Das Herausforderndste an dieser Aufgabe war für mich, alle gesammelten Inhalte in Relation zueinander zu setzen. Eine Akte liefert nicht automatisch eine chronologische Darstellung der Unternehmensgeschichte. Vieles muss erst wie ein Puzzle zusammengesetzt werden. Auch die kleinsten Details können viel Aussagekraft haben.

Fazit

Die Arbeit im BBWA hat nicht nur meine fachlichen Kompetenzen gefördert, sondern mich auch persönlich bereichert. Besonders aufschlussreich war der Umgang mit den doch sehr vielfältigen Beständen. So konnte ich zahlreiche Arbeitsweisen kennenlernen und mein historisches Verständnis erweitern. Ich bin für diese lehrreiche Zeit sehr dankbar. Sie stellte einen wichtigen Abschnitt meines Studiums dar und zählt zugleich zu den schönsten.

Text: L. Reichmann

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