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BBWA-Mitteilungen 27 erschienen

Rückblickend auf das erste Halbjahr 2020 berichten die Mitteilungen über die Corona-Zeit, über die vielfältigen Projekte sowie über die zahlreichen Mitwirkenden an der Arbeit des BBWA – nicht zuletzt unsere beiden neuen Mitarbeiter. Und es geht um die Spuren, die wir verfolgen, verfolgbar machen oder selbst hinterlassen.

Editorial

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer des BBWA, liebe Leserinnen und Leser,

BBWA-Mitteilungen 27 (2020)

Spuren der Vergangenheit suchen und entdecken. Wer etwas zur Wirtschaftsgeschichte Berlins und Brandenburgs entdecken möchte, ist seit fast anderthalb Jahrzehnten gut beraten, in den Beständen des BBWA zu suchen. In diesem Jahr ist es dem BBWA gelungen, die wirtschaftshistorischen Spuren dieser Region entscheidend zu erweitern: Der historische Teil der Handwerksrolle der Handwerkskammer Berlin lagert nun in den Archivräumen des BBWA. In Form eines Karteikartenverzeichnisses mit zulassungspflichtigen Berliner Handwerken und handwerksähnlichen Betrieben warten Spuren von 100 Jahren Berliner Handwerksgeschehen darauf, entdeckt zu werden.

Aber auch kleinere und nicht weniger spannende Bestände haben den Weg ins BBWA gefunden, wie der Bestand Emil Zorn. Sein Ingenieurbüro beschäftigte sich mit der Dämpfung von Maschinengeräuschen und Erschütterungen. Wer weiß, vielleicht finden sich in den ebenfalls neu erworbenen Beständen Gürtlermeister Richard Grüneberg oder Firma Hermann Henseler Maschinen- und Apparatebau Hinweise, dass die Geräusche der von ihnen verwendeten Maschinen mit den Erkenntnissen dieses Ingenieurbüros reduziert wurden?

“Süße” Spuren hat der Nachlass der Familie Hildebrand in das BBWA gebracht. Der Nachlass dokumentiert die Geschichte der ersten preußischen Schokoladenfabrik von ihrem Beginn im Jahre 1807 bis zu ihrer Übernahme durch den Kölner Unternehmer Hans Imhoff im Jahre 1969.

Mit der Aufbereitung des Archivs des Ziegeleiparks Mildenbergs unterstützt das BBWA das Industriemuseum dabei, die Geschichte des ehemaligen VEB-Betriebs nachzuzeichnen. Genau wie dieses Projekt hat auch die Bearbeitung der Sammlung des Circus Busch Berlin begonnen. Das Ordnen und Erschließen der insgesamt 14 Teilsammlungen mit sehr unterschiedlichen Medien und Materialien ist für die Archivmitarbeiter eine spannende Herausforderung. Erfolgreich beendet hingegen wurde das Digitalisierungsprojekt “Holzmann-Bildarchiv”. Fast 400.000 Fotos wurden digitalisiert und mehr als die Hälfte kann bereits online gesucht und entdeckt werden.

Spurensuche, damit hat das Projekt zur Sichtbarmachung der Zeugnisse einstiger Industrieentwicklung im Bezirk Reinickendorf begonnen. Für die im kommenden Jahr geplante Ausstellung “Arbeitsspuren – Lebensspuren” möchten die Projektmitarbeiterinnen Industriekultur in Fotografien festhalten. Hinweise auf und zu möglichen Objekten konnten die Ausstellungsmacherinnen in den Quellen des BBWA finden.

Ohne dem gewahr zu werden, hinterlässt auch das BBWA in seiner eigenen Geschichte dieses Jahr spannende Spuren: Aufgrund der Corona-Pandemie muss die Archivtür für den Nutzerbereich leider bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Dies hat zur Folge, dass Anfragen momentan nur aus der Ferne beantwortet werden können. Die hohe Anfragetätigkeit und die vielen positiven Rückmeldungen auf die Beantwortung zeigen aber, dass die bereits getätigten Digitalisierungsinvestitionen richtig waren und das BBWA hier weiter investieren wird. Großes Organisationsgeschick und hohe Flexibilität der Mitarbeiter des BBWA erforderten die räumlichen Gegebenheiten im Wirtschaftsarchiv. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön
an alle Beteiligten!

Neue Spuren wird auch der Industriekulturabend im November 2020 hinterlassen. Es ist geplant, diesen auch in digitaler Form zu gestalten …

Aber nun möchte ich Sie herzlich einladen, auf Entdeckungsreise zu gehen.

Waltraud Künstler – im Namen des Vorstandes

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