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Der Dermatologe als Künstler – neuer Bestand im Wirtschaftsarchiv

Viele Dermatologen haben eine künstlerische Ader und malen oder zeichnen die Befunde, statt sie in Worten zu beschreiben. Eine auffällige Hautkrankheit kann mit ihren schillernden Farben also ein Kunstwerk werden. Burkhart Tümmers aber hat auch Hautärzte aufs Papier gebracht – und diese Kunstwerke nun dem BBWA übergeben.

Etwa einhundert mit der Feder gezeichnete Portraits von Haut- und anderen Ärzten hat Burkhart Tümmers im Laufe von fast 70 Jahren angefertigt und in Mappen sorgsam aufbewahrt. Mitunter kamen sie für Ausstellungen in Tümmers‘ Wohnort Ulm ans Tageslicht. Nun ergänzen sie als Bestand N 17 Depositum Burkhart Tümmers das im Wirtschaftsarchiv gepflegte historische Archiv der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (V 2/3). Neben schnell auf die Rückseite einer Kneipenrechnung geworfenen Skizzen finden sich in dem Konvolut auch schöne, in Passepartouts eingelegte Zeichnungen, auf denen die Charakterköpfe von Tümmers‘ Kollegen prangen.

„Bei einem ‚Kopfjäger‘ kommt es auf den exakt sitzenden, möglichst sparsamen Strich an“, schreibt Tümmers in seinem Begleitschreiben. „Dass man auch etwas bewusst falsch malen kann, habe ich bei Frank Hempel gelernt. Tolerable Ungenauigkeiten oder Übertreibungen beleben auf jeden fall die Darstellung. Egal, ob streng realistisch oder locker ausgeführt, man muss sich als Portraitist auf das Charakteristische konzentrieren. Ganz selten reicht bei der Ausführung ein einziges, typisches Merkmal aus.“

Burkart Tümmers wurde 1924 in Suhl geboren. Schon sein Vater Hugo war Dermatologe, sein Sohn Ulrich wurde es ebenfalls. In der russischen Kriegsgefangenschaft habe er mit dem Zeichnen so richtig begonnen und neben seiner medizinischen Fachausbildung ab 1949 in Berlin, Frankfurt (Main) und Tübingen seine Professoren und Kollegen gezeichnet. Von 1959 bis 1992 war er niedergelassener Dermatologe in Ulm und hat bis heute seinen Humor nicht verloren: „Ohne Skizzenbuch, Bleistift oder Federhalter bin ich nie ausgegangen, war stets auf der Suche nach interessanten ‚Objekten“, die, wenn sie sich selbst abgebildet sahen, leider nie in Begeisterungstürme ausgebrochen sind.“

Die Zeichnungen, Karikaturen, Portraits und Skizzen haben nun im Wirtschaftsarchiv ihre dauerhafte Bleibe gefunden und bereichern die Überlieferung zum Berufsstand der Dermatologen.

Charakterköpfe

(c) B. Tümmers / BBWA

(c) Tümmers / BBWA

 

 

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