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“Beutebuch” aus der Bibliothek der Handelshochschule Berlin

Zu den Bänden der “Bibliothek der Industrie- und Handelskammer zu Berlin, Abt. II Börse und Handels-Hochschule” gesellte sich ein Neuzugang – oder vielmehr ein lange abwesender Bekannter. Von der deutschen Botschaft in Tiflis erhielten wir unter dem Stichwort “Rückgabe sog. ‘Beutebücher'” den Band “Die Prinzipien der Lebensversicherungs-Mathematik” von 1903.

Dieser Band wurde wahrscheinlich von sowjetischen Soldaten in die Sowjetunion verbracht und der großen Sammlung aus Deutschland stammender Bücher in Tiflis hinzugefügt. Bereits 1993 haben Georgien und die Bundesrepublik ein Abkommen geschlossen, das die Rückgabe sogenannter “Beutebücher” (analog gebildet zum Wort “Beutekunst”) geschlossen und bis 1996 76.000 Bücher zurück nach Deutschland gebracht. Immer noch werden allerdings von Zeit zu Zeit Bestände deutscher Provenienz entdeckt und an die richtigen Stellen in Deutschland vermittelt.

Exlibris von Franz von Mendelssohn (Foto: BBWA)

Exlibris von Franz von Mendelssohn (Foto: BBWA)

Das Wirtschaftsarchiv besitzt Bestände der historischen Bibliothek der IHK, soweit sie den Krieg überdauert haben. Sie stammen größtenteils aus dem Besitz der an die IHK angeschlossenen Handelshochschule, die in der DDR zu einer Fakultät der Humboldt-Universität geworden ist. Als mit der Wende auch die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Humboldt-Universität auf neue Füße gestellt worden ist, sind dem Wirtschaftsarchiv etwa 300 Bände angeboten worden, darunter auch ein Nutzungsregister aus dem Lesesaal der Handelshochschule sowie einige gebundene Gutachten mit dem Exlibris von Franz von Mendelssohn, Ältester der Berliner Kaufmannschaft und Präsident der IHK Berlin und des Deutschen Industrie- und Handelstages.

"Die Prinzipien der Lebensversicherung-Mathematik" vor den Bänden der historischen Bibliothek der Handels-Hochschule Berlin

“Die Prinzipien der Lebensversicherung-Mathematik” vor den Bänden der historischen Bibliothek der Handels-Hochschule Berlin (Foto: BBWA)

In den Kreis dieser Bücher ist nun die Abhandlung über “Die Prinzipien der Lebensversicherungs-Mathematik” von P. Schouten, aufgelegt 1903 bei Gustav Fischer in Jena und mit einem Vorwort von Corneille L. Landré versehen, zurückgekehrt. Die Altsignatur “Fa 8192” allerdings hat ihre Aussagekraft verloren, weil der Katalog der historischen Bibliothek nicht vorhanden ist.

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