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Praktikum vorbei – bleibende Erfahrungen

Praktikantin

Gerade erst richtig eingelebt – doch ehe man sich‘s versieht sind vier Wochen Praktikum bereits um.

In meiner ersten Woche war ich noch größtenteils mit dem Umbetten der Ordner des BVöD („Bundesverband für öffentliche Dienstleistungen“) und im Fotoarchiv mit dem Heraussuchen von angefragten Fotos für Nutzer sowie dem (etwas mühsamerem) Wiedereinordnen beschäftigt. Nun konzentrierte ich mich in den verbleibenden drei Wochen kaum noch auf analoge Fotos, sondern vorwiegend auf digitale.

Im vom BBWA genutzten Datenverwaltungsprogramm „AUGIAS“ sind noch nicht alle Bestände eingespielt, einige vor allem deshalb, weil sie noch andauernd wuchsen und es somit nicht immer möglich ist, alles direkt zu bearbeiten – daher kam ich genau zur richtigen Zeit.

Fotomagazin (BBWA)

Fotomagazin (BBWA)

So wurde uns von Herrn Prof. Dr. Klaus Dettmer, dem Vorsitzenden des BBWA, ein Bestand an ca. 1850 gemischten digitalen Fotos zur Berliner Stadtgeschichte, von Bauten bedeutender Industriearchitekten wie Jean Krämer sowie mit allgemeineren Motiven wie Veranstaltungen des BBWA zur Verfügung gestellt. Diese sollten in die Datenbank „AUGIAS“ eingearbeitet und durchsuchbar gemacht werden. Intuitiv denkt man sich, man könne die Daten einfach importieren – eine Sache, die in unter einer halben Stunde fertig sein sollte.

Allerdings wollten wir sie nicht in dem Format belassen, in dem sie vorlagen. Bisher hatten sie nur sogenannte „EXIF“-Daten, die vom Aufnahmegerät automatisch erstellt werden (bspw. das Datum). Damit fehlen etwa Angaben zum Copyright. Außerdem lagen zum Teil nur wenig aussagekräftige Titel vor und die Ortsangaben fehlten. Diese Daten sind aber u.a. praktisch, damit man die Fotos sinnvoll durchsuchen kann. Meine Aufgabe lag darin, die Fotos mit diesen Angaben als „IPTC“-Daten anzureichern.

Kurz vor Ende der vier Wochen konnte ich dann noch miterleben, wie die Bilder in AUGIAS eingespielt wurden und somit als „Front-End“ allen Benutzern der Datenbank zur Verfügung stehen.

Bearbeitete Archivalien des BVöD (BBWA)

Bearbeitete Archivalien des BVöD (BBWA)

Zwar war dies meine Hauptaufgabe, doch habe ich nicht nur Tag für Tag die gleiche Tätigkeit ausgeführt. So habe ich auch einige Akten des BVöD verzeichnet, recherchiert und generell das Spektrum der Öffentlichkeitsarbeit besser kennengelernt. Spannend war auch der Besuch bei der „faktura gGmbh“, deren engagierten Mitarbeiter den Bildbestand des Philipp-Holzmann Archivs des BBWA digitalisieren. Dort haben wir einen Teil der Digitalisate abgeholt.

Hier konnte ich wieder die Schnittstelle der Informationswissenschaft mit der Informationstechnik beobachten. Interessant hierbei ist vor allem, wie viel noch manuell statt maschinell im Bereich der Digitalisierung gearbeitet wird. Es gibt beim Digitalisieren von Büchern ja beispielsweise schon automatisierte Buchscanner, aber beim Digitalisieren von Fotos in unterschiedlichen Formaten und Verpackungen kann die künstliche Intelligenz den Menschen (bisher!) noch nicht ersetzen. Ich bin darauf gespannt, wie die technische Entwicklung der nächsten Jahre den Informationssektor noch beeinflussen wird, vor allem auch, wie sich die Datenbanktechnik noch weiterentwickeln wird.

Alles in allem war meine Zeit im BBWA eine persönliche Bereicherung – bis auf den täglichen Kampf mit der triefenden Kaffeekanne! Ich konnte Einblicke in die gängigen Arbeitsabläufe in einem Archiv bekommen und habe nun eine genaue Vorstellung von den vielfältigen Verpflichtungen und Tätigkeiten eines Archivars. Bewusst wurden mir vor allem die Anforderungen und Bedürfnisse, die Einrichtungen des Informationssektors an Informatiker haben, und vor allem, dass diese in Zukunft wohl eher anwachsen als abnehmen werden.

Klose

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