Zu Beginn meiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv bearbeitete ich die Abgabe des Simon-Verlags für Bibliothekswissen. Diesen Fachverlag kenne ich bereits aus meinem Fachhochschulstudium zum Archivar (Bachelor) in Potsdam. Das markante Verlagslogo löst in mir sogleich gute Erinnerungen aus, zumal ich einige Autoren wie Stephan Büttner selbst aus Vorlesungen und Seminaren kenne.
Der Simon-Verlag für Bibliothekswissen

Der Simon-Verlag war ein kleiner Fachverlag für Bibliothekswissenschaft und eine be- kannte Institution im fachwissenschaft- lichen Diskurs. Die Veröffentlichungen stammten von ausgewiesenen Experten aus der Bibliotheks- und Informationswissen-schaft. So finden sich unter anderem Werke von Walther Umstätter, Stephan Büttner und Hartmut Walravens im Portfolio des Verlags. Außerdem brachte der Verlag Partituren der Neuen Musik heraus, da der Sohn der Verlagseignerin Elisabeth Simon freischaffender Komponist ist. Art-Oliver Simon veröffentlichte hier seine eigenen Kompositionen, aber auch andere Künstler aus der Neuen Musik fanden beim Simon-Verlag einen kompetenten Multiplikator ihrer Werke.
Angelieferte Bücher und Akten
Übernommen wurden vier Kisten mit ungeordneten, schlauchgehefteten Unterlagen. Die zugehörigen Ordner hatte der Verlag vor der Abgabe an das Archiv entsorgt, um das Packmaß zu drücken. Leider fehlte dadurch die Beschriftung der Ordnerrücken, welche als Aktentitel hätten übernommen werden können. Einige der Materialien stammten offenbar aus Sammlungsordnern, die nicht weiter unterteilt worden waren. Es handelte sich vor allem um Schriftverkehr mit Autoren des Verlags. Weitere Themen wie Hausmeisterei, Finanzen, Kongresse, etc. fand ich gesondert vor, so dass hier aufgrund der klaren thematischen Abgrenzung die Titelbildung einfacher war.
Die vorliegende Heftung der Unterlagen übernahm ich grundsätzlich, um die bestehende Struktur und Zusammengehörigkeit der Akten zu bewahren. Die einzige Ausnahme bildeten zwei themengleiche Kleinstakten, welche jeweils nur aus wenigen Blatt Papier bestanden und die ich zusammenführte. Besonders dicke Akten, meist mit alphabetischer Ablage nach Autoren oder sonstigen Korrespondenzpartnern, teilte ich auf zwei Akten auf, da sie nicht in eine Mappe gepasst hätten.

Nutzbarmachung der Unterlagen
Da die Nutzer des Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchivs die verschiedensten Suchanfragen stellen und anhand des Findbuches schnell auf diese reagiert werden muss, entschied ich mich für eine tiefe Erschließung mit ausführlichen Enthältvermerken. Die Datumsangaben hinter einzelnen Enthältvermerken bei besonders dicken Akten erleichtern zudem bereits beim Lesen des Findbuches die Einschätzung der abgelegten Schriftstücke.
Das Konvolut des Simon-Verlages umfasst nach erfolgreicher Erschließung etwa einen laufenden Meter Belegexemplare an Büchern, die ich noch vor der Erschließung der restlichen Akten separat in die Bibliothek des Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchivs aufgenommen habe. Hinzu kommen 15 Archivkartons, welche insgesamt 52 Akten enthalten. Einzelne CDs sowie eine große Mappe mit einer Partitur von Art-Oliver Simon im Format A3 werden gesondert verwahrt.
Die Arbeit an diesem Verlagskonvolut ist ein gelungener Start beim Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv. Jetzt freue ich mich schon auf neue weitere Einblicke und Aufgaben.
Text: Konstantin Plich


[…] Zunächst ging es darum, den zwei laufende Meter umfassenden Bestand des Simon-Verlags für Bibliothekswissen zu ordnen und zu erschließen. Der Bestand kam partiell ungeordnet zu uns und so gestalteten Erschließung und Titelbildung sich mitunter recht anspruchsvoll. Nach zwei Monaten war dieser Bestand bearbeitet und umfasste schließlich ein gutes Dutzend Archivkartons. In die hauseigene Bibliothek des Wirtschaftsarchivs integrierten wir zudem über 50 Bücher und damit nahezu das gesamte Verlagsspektrum des Simon-Verlags. […]